Aktuelles aus Bempflingen: Gemeinde Bempflingen

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Aktuelles aus Bempflingen

Volkstrauertag 2020

Artikel vom 11.11.2020

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

im Jahr 2020 ist fast alles anders wie in den Jahren zuvor. So findet in diesem Jahr – bedingt durch die Einschränkungen der Corona-Pandemie – auch erstmals seit Jahrzehnten in Bempflingen kein Volkstrauertag mit offiziellem Programm statt.

Der Sinn des Volkstrauertags ist zum einen das Gedenken an die Gräuel der beiden Weltkriege mit dem Verlust von 9 Millionen Menschen im ersten und über 55 Millionen Menschen im zweiten Weltkrieg. Wahrlich kein Rückblick auf ein erfreuliches Ereignis.

Auch wenn wir in diesem Jahr „nur“ eine stille Kranzniederlegung auf den beiden Friedhöfen der Gemeinde durchführen werden, sind unsere Gedanken bei den gefallenen Soldaten, den Kriegsgefangenen, den Opfern von Gewaltherrschaft und Bombenangriffen, Opfern der Flucht und Vertreibung. Allein die unvorstellbare Zahl derer, die in dieser Zeit ihr Leben gelassen haben, ihr Leben lassen mussten, allein diese unvorstellbare Zahl lässt einen fast vergessen, dass jede und jeder Tote eine eigene Geschichte, einen eigenen Hintergrund, ein eigenes Umfeld hatte.

Wie Sie, wie ich, einen Freundeskreis, Bekannte, Verwandte, Nachbarn und vielleicht auch den ein oder anderen Menschen, mit dem man sich nicht so gut versteht.

Indem wir bewusst zu Trauer und Mitgefühl für jeden Einzelnen bereit sind, spüren wir, wie wir mit diesen Menschen verbunden sind. Egal, ob wir sie gekannt haben oder nicht, ob wir mit ihnen verwandt sind oder nicht. Die Toten der beiden Weltkriege und der nationalsozialistischen Diktatur sind Teil der deutschen Geschichte und gehören damit zu unseren Wurzeln – ob wir das wollen oder nicht, spielt dabei keine Rolle.

Diese Aussage hat nichts mit Schuldübernahme, nichts mit direkter Verantwortung der heutigen, der Nachkriegsgenerationen an den damaligen Taten zu tun. Und trotzdem haben wir alle eine Verantwortung. Wenn wir diese Menschen vergessen oder die Erinnerung an sie verdrängen. Wenn wir nicht nach den Ursachen all des menschlichen Leids fragen und ihr Schicksal nicht als Mahnung zur Friedfertigkeit begreifen, dann, ja dann werden wir dieser Verantwortung nicht gerecht. Denn diese Verantwortung ist der zweite, mindestens genauso wichtige Sinn des Volkstrauertags.

Wenn schon die Menschen in vielen Teilen der Welt, und auch im Europa des 21. Jahrhunderts, mit Krieg, Terror oder Unterdrückung als Mittel zur Erreichung irgendwelcher machtpolitischen Ziele nicht abgeschlossen haben, dann doch nur, weil die Menschheit nicht aus Fehlern, nicht aus von Menschen verursachten Katastrophen lernt, lernen kann oder lernen will.

Über 200 Kriege überall auf der Welt seit 1945, die bald die Zahl der Toten des Zweiten Weltkriegs übertroffen haben werden, sind eine verheerende Bilanz des Fortschritts der Menschheit.

Deshalb hat der Volkstrauertag auch eine Botschaft. Es ist unsere Aufgabe, diese Botschaft des Volkstrauertags ernst zu nehmen, zu erinnern und zu mahnen.

Der Tag selbst kann nur ein Symbol sein, die Aufgabe muss in uns und durch uns leben. Wenn wir vergessen oder verdrängen, schaffen wir immer neue Formen der weltweiten Gewalt.

Lassen Sie es nicht soweit kommen.

 

Ihr

Bernd Welser
Bürgermeister

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