TOP 7.1 der Gemeinderatssitzung am 23.10.2017

Befreiungsantrag wegen Bepflanzung des Grundstücks August-Lämmle-Str. 2


Beschlussantrag:
Dem vorliegenden Bepflanzungsplan und dem damit verbundenen Befreiungsantrag wird zugestimmt und das Einvernehmen der Gemeinde erteilt. Die Gemeinde verzichtet damit auf die Pflanzung von 3 Bäumen.
 
 
Sachstand:

Die Bauherren haben vor einiger Zeit das Grundstück August-Lämmle-Straße 2 erworben und dieses inzwischen mit einer Doppelhaushälfte bebaut.
 
Aufgrund der großen Höhenunterschiede musste – wie auch bei verschiedenen anderen Baugrundstücken an der August-Lämmle-Straße – eine ca. 2 m hohe Stützmauer aus Natursteinen entlang der Straße errichtet werden. Danach schließt sich bis zur Terrasse eine relativ steile Böschung an.
 
Laut Bebauungsplan müssen auf dem nur 268 m² großen Grundstück insgesamt 6 hochstämmige Obst- oder Laubbäume gepflanzt werden. Allein diese Forderung erscheint schon sehr hoch; hier stellt sich grundsätzlich die Frage, wie sinnvoll Hochstämme in einem Wohngebiet mit ausgesprochen kleinen Grundstücken überhaupt sind. Hinzu kommt, dass die Bäume im westlichen und hauptsächlich im südlichen Bereich des Grundstücks platziert werden müssten und damit das Haus und die Terrasse verschatten würden.
 
Wenn man die Bäume auf die ebene Rasenfläche pflanzt, stehen sie sehr nahe am Haus und würden für Verschattung und Algenbildung auf dem Putz sorgen. Außerdem wäre die Nutzung dieser ohnehin recht kleinen Fläche deutlich eingeschränkt. In der Böschung würden sie früher oder später mit ihren Wurzeln die Mauer destabilisieren.
 
Bei einem Ortstermin im Sommer wurde dem Bauherrn von der Verwaltung der Vorschlag unterbreitet, einen Befreiungsantrag zu stellen mit dem Ziel, die Anzahl der zu pflanzenden Bäume zu reduzieren und deutlich zu machen, an welchen Stellen denn Bäume gepflanzt werden können. Dieser Befreiungsantrag samt Plan liegt nunmehr vor.
 
Die im Plan mit Nr. 1 bezeichnete Stelle ist relativ klein, man wird sehen, ob die Pflanzung dort erfolgreich sein wird. Die Stelle Nr. 2 ist sehr gut geeignet, dort kann in der Tat auch ein etwas größerer Baum stehen. Bei der Stelle Nr. 3 ist dagegen nur etwas Kleineres möglich, um das dort befindliche Straßennamensschild und die Lampe nicht zu verdecken. An allen 3 Standorten muss allerdings darauf geachtet werden, dass das Lichtraumprofil erhalten bleibt und die Bepflanzung nicht in den Straßenraum hineinwächst.
 
Der Bepflanzungsvorschlag des Bauherrn ist ein Kompromiss. Er hat versucht, möglichst viele Bäume einzuplanen, um den Vorschriften des Bebauungsplans einigermaßen gerecht zu werden. Wenn der Gemeinderat damit einverstanden ist, dass an den beiden weniger geeigneten Stellen lediglich schlankere Sträucher gepflanzt werden, die nicht zu stark ausladen, könnte er mit Sicherheit gut damit leben.
 
 
 
 
Bempflingen, 19. Oktober 2017
Bürgermeisteramt                                            Gesehen:
 
 
 
 
Michael Kraft                                                    Bernd Welser
                                                                     Bürgermeister